26.04.2013

Rezension: Die Auserwählte


 Titel: Die Auserwählte
Original: Struck
Autor: Jennifer Bosworth
Verlag: Goldmann
Preis: 12,99€
Reihe:?
Also ich muss ja sagen, dass ich das Cover mag. Es ist so schön düster und im Grunde genommen stellt es ja auch das Buch dar. Das Mädchen wird Mia sein, und sie passt zu den Beschreibungen im Buch. Generell gefallen mir ja düstere Cover sehr, deswegen mag ich auch die Farbauswahl, ebenso gefällt mir der Schriftstil und dass das Cover matt ist, während die Schrift soch dann glänzend hervor hebt. 
 Mia Prince liebt es, vom Blitz getroffen zu werden. Es löst in ihr eine überwältigende Energie aus, nach der sie sich immer öfter sehnt. Als aber ein gewaltiges Erdbeben ihre Heimat Los Angeles fast komplett zerstört, geht es nur noch ums Überleben. Im Chaos der Nachbeben werben zwei rivalisierende fanatische Gruppen um Gefolgsleute. Beide versprechen, dass nur ihre Anhänger den nahenden Weltuntergang überleben werden, und beide wollen Mia auf ihre Seite ziehen. Ist sie die Schlüsselfigur zur bevorstehenden Apokalypse?

Mia Price lebt in Los Angeles, nachdem sie ihre Heimat, eine Kleinstadt, nach einem gefährlichen Vorfall verlassen musste. Sie geht schlechtem Wetter aus dem Weg, checkt akribisch die Wetterberichte bevor sie aus dem Haus geht, überprüft, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für ein Unwetter ist. Eigentlich kann sie die Gewitter vorher spüren. Doch auf Nummer Sicher gehen, ist immer besser. Denn auch wenn, sie sich großartig fühlt, wenn ein Blitz sie trifft, schadet er ihr ebenso, wie allen anderen Menschen. Doch in Los Angeles ist das schwierig. Die Unwetter künden sich nicht immer an. Und nach dem großen Beben, dass Los Angeles in einen Haufen Schutt verwandelt hat, mit einer Mutter, die an posttraumatischen Störungen leidet, und einem Bruder, der immer allen helfen will, wird das Leben nicht unbedingt einfacher. Dann beginnen auch noch beide fanatischen, religiösen Gruppen um Mia zu werben, beide wollen sie auf ihrer Seite haben. Aber Mia wehrt sich, so lange es geht. Zur Hilfe kommt ihr dabei Jeremy, der jedoch auch nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Schon bald muss Mia sich entscheiden – rennt sie lieber um ihr Leben, oder rettet sie die Welt? 

Mia ist ein sehr interessanter Charakter. So mal ganz abgesehen von ihrer Vorliebe für Spannungen über 2000 Volt. Eigentlich ist sie ein ziemlich starkes Mädchen, doch dadurch, dass sie ihre Blitznarben verstecken muss, keinen engen Kontakt zu anderen aufbauen kann, und sich immer bedeckt halten muss, kommt sie eher schüchtern und unsicher rüber. Dabei hat sie es faustdick hinter den Ohren. Sie weiß was sie will, und sie würde alles für ihre Familie machen. So beschüzt sie ihren kleinen Bruder vor den Einflüssen einer religiösen Sekte, während sie es leider nicht schafft ihre Mutter vor den Einflüssen der anderen Sekte zu retten. Obwohl Mia mir wirklich gut gefallen hat, fand ich ihre Entscheidungen manchmal... Inkonsequent oder wenig sinnvoll. Zum Beispiel verhält sie sich ziemlich ignorant. Sie weiß, dass sie für irgendetwas wichtig ist, rennt dann aber, logischerweise, direkt in die Arme der einen Sekte. Eigentlich will sie ihren freien Willen haben, weshalb sie sich auch von keiner der Sekten umwerben lässt, und nicht an die Prophezeiung glaubt, was ich persönlich ja echt klasse finde, aber dadurch verstrickt sie sich in so manche gefährliche Situation. Als Protagonistin hat sie mir trotzdem ziemlich gut gefallen. Ein wenig zu beschützerisch, aber stark. Außerdem kämpft sie um ihren freien Willen. Das ist immer gut!

Parker dagegen ist ein wenig leichtsinniger. Er will auch einen freien Willen, aber für ihn bedeutet dass, sich gegen seine Schwester zu stellen. Und Parker will immer allen Menschen helfen, was natürlich unmöglich ist. Deswegen schließt er sich auch einer der religiösen Sekten an, weil er denkt, dadurch alles verändern zu können, und den Menschen helfen zu können. Ich verstehe es, dass er vielen helfen will, aber manchmal müsste er mehr an sich selbst denken. Eigentlich mochte ich auch ihn gerne, aber manchmal... Ich kann es auch nicht so richtig beschreiben. Vielleicht ist er mir ein wenig zu weich, und lässt sich ein wenig zu schnell beeinflussen.

Jeremy war auch mir ziemlich undurchsichtig. Zum einen wusste ich sofort, dass er der Nightmare-Boy ist, zum anderen konnte ich mich aber nicht entscheiden ob er nun der Gute ist, oder nicht. Zwar hilft er Mia ziemlich oft, allerdings lässt er sie ebenso oft zurück, was manchmal die Tatsache, dass er ihr geholfen hat, ein wenig unsinnig machte. Trotzdem mochte ich ihn irgendwie. Er war freundlich und nett, wenn auch undurchschaubar. Natürlich ist das wahrscheinlich auch dadurch beeinflusst, dass Mia ihn mag. Aber mir war sympathisch.

Generell sind die Personen in diesem Buch ziemlich vielseitig. Nicht alle sind immer das, was sie zu sein scheinen, und manche Personen haben einen interessanten Twist. Allerdings ist auch die eine oder andere Familiengeschichte vorhersehbar, was mich persönlich aber relativ wenig gestört hat.

Die Handlung in dem Buch ist spannend und interessant aufgebaut. Jedoch leider manchmal etwas vorhersehbar. Dadurch wird zwar nicht direkt die Spannung genommen, aber manchmal denkt man sich dann halt, wie die Personen in dem Buch so dumm sein können, und dass nicht mitbekommen. Trotzdem ist es spannend und sehr angenehm zu lesen, vor allem, da gegen Ende noch die eine oder andere Wendung eingebaut ist. Zwar haben auch diese mich nicht direkt überrascht, aber trotzdem sind sie gut gewählt. Insgesamt ist es also spannend, aber nicht so spannend, dass man es nicht mehr aus der Hand legen könnte.

Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden. Es ist aus der Ich-Perspektive von Mia geschrieben, was ich ja meistens besser finde. Außerdem gibt es keine zu detailreichen Beschreibungen, trotzdem kann man sich ein tolles Bild machen. Im Grunde genommen fühlt man sich die ganze Zeit, als würde es gleich ein großes Gewitter geben. Das macht den Schreibstil für mich genial. Wenn ich das Buch in der Hand hatte, fühlte ich mich sofort so, als würde es in unserem Garten gleich anfangen zu stürmen. Das kommt durch die düstere und angenehmen Atmosphäre im Buch, die zum großen Teil von dem düsteren Schreibstil hergestellt wird. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich den Schreibstil von Jennifer Bosworth liebe. Es gibt Szenen, da schreibt sie wunderbar nüchtern, und dann Szenen, die fand ich so atmosphärisch, dass ich automatisch aus dem Fenster geguckt hab, und selbst bei strahlendem Sonnenschein dachte, gleich gäbe es ein Gewitter. 
Die Figuren sind interessant, die Handlung spannend aber nicht super spannend. Der Schreibstil ist dafür, für mich wirklich genial. Ich mochte das Buch. Mir hat es Spaß gemacht, in die fast apokalyptische Welt einzutreten, und mich auf das nächste Unwetter zu freuen. Deswegen gibt es von mir auch ein wohlverdientes „Gut“!


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